„Das Wetter ist brauchbar“ war im DAV- Alpenwetterbericht am Sonntag zu lesen. Also fahren wir, DAV-Ortsgruppenmitglieder von Traunreut, zum radeln an die Isar. Während der Fahrt wird das Wetter immer besser und wir sind sicher, dass uns kein „Wässerchen“ die Tour trübt. Aber in Lenggries angekommen regnet es leicht, doch bestimmt und ohne jede Widerrede zuzulassen sagte unsere Ortsvorsitzende: „Mia fahr’n jetzt, es hört gleich auf zum Renga und die Sunna scheint“. Sie hat Recht behalten, denn keine zehn Minuten später zeigten sich erste blaue Flecken am Himmel und ein bayerischer weiss-blauer Himmel war den Tag über unsere Begleiter. Die Isar ist insgesamt 295 km lang und neben der Donau, dem Inn und dem Main der viertlängste Fluss in Bayern. Wir fahren nur einen kleinen Teil des Alpenflusses entlang und erst mal zum Sylvensteinspeicher, erbaut von 1954 bis 1959, als Hochwasserschutz im Isartal. Versunken im See liegt das Dorf Fall, welches vor der Flutung abgerissen und einige Meter höher an der Straße nach Vorderriß neu erbaut wurde. Weiter geht’s über die Brücke entlang des Sees, vorbei am „Jäger vom Fall“ nach Vorderriß. Ab hier tauchen wir in die natürliche Schönheit des Isarwinkl‚s ein. Diese ursprüngliche Kulturlandschaft, wo sich der Fluss tief eingräbt und die Kiesbänke bei jedem Hochwasser wieder verändern, bietet verschiedenen Vogel- und Fischarten, aber auch Pflanzen einen Lebensraum. Wir setzen uns an den Rand des Flussbettes und lassen die Gedanken mit dem durch das Sonnnenlicht glitzernde Wasser dahinfließen. Nach einer Weile steigen wir wieder in die Pedale, die Hälfte der Gesamtstrecke haben wir schon geschafft, und es geht leicht bergauf. Kurz vor Wallgau eröffnet sich uns eine wunderbare Sicht auf das Karwendel mit der Rotwand-Spitze und dem Wettersteingebirge. Unser Blick wandert von der schneebedeckten Zugspitze mit dem Höllentalferner, vorbei an der Partenkirchner Dreitorspitze bis zur oberen Wettersteinspitze. Unter uns zieht die grüne Isar gemächlich dahin. Nach der Mautstelle treten wir noch mal ein Stück bergauf bevor es einige Kilometer bergab geht zum Walchensee. Auf der Westseite des Sees spiegelt sich der Herzogstand und im Norden spitzt die Benediktenwand hervor, wir bleiben kurz stehen um dieses Bild mit dem Fotoapparat festzuhalten. Das nächstes Ziel ist Jachenau zum Mittagessen. Von hier aus sind es nur noch 20 km, von den insgesamt ca. 80 km, bis zum Parkplatz die wir mit singenden Reifen abstrampeln.
Text: Monika Waldner Schlenz
Bilder: Karl Heinz Schlenz
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